Dr. Gero Hocker zu Besuch in Isselburg

Am 1. September 2020 war der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Gero Hocker, zu Besuch in Isselburg. Mit 30 Gästen führte Hocker auf dem Gelände des Lohnunternehmers Friedrich Gottschalk einen Landwirtschaftsdialog. Tenor der Veranstaltung: Die Landwirtinnen und Landwirte in unserem Land haben mehr Respekt für ihre Arbeit verdient.

In kaum einem anderen Land der Welt würden Lebensmittel zu einem so hohen Standard hergestellt wie in Deutschland. Das Bewusstsein dafür sei aber kaum ausgeprägt. „Die „Geiz ist geil“-Mentalität bei Lebensmitteln macht mich wütend“, sagte Dr. Gero Hocker zu den Teilnehmern der Veranstaltung.

Kevin Schneider bei seinem Statement zur Lokalpolitik
Fakten statt Ideologie

Kritisch sieht der Landwirtschaftspolitiker die Reglementierung im Bereich der Landwirtschaft, die an den Fakten vorbei gehe. „Das Bundesamt für Risikobewertung sagt, dass Glyphosat keine schädliche Wirkung entfaltet, wenn es nach Gebrauchsanweisung genutzt wird. Trotzdem soll es nur aufgrund eines ideologischen Stimmung in der Bevölkerung verboten werden. Das hat uns das Bundeslandwirtschaftsministerium schwarz auf weiß gegeben“, so Hocker. Auch in Isselburg werde aus ideologischen Gründen kein Pflanzenschutzmittel mehr zur Entfernung von Unkraut auf Wegen genutzt, ergänzte FDP-Ortsverbandschef Kevin Schneider. „Stattdessen wurde ein Heißdampfgerät angeschafft, das nun in Abständen weniger Wochen über die Flächen gefahren werden muss. Als noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden, mussten die Flächen ein oder zwei Mal im Jahr behandelt werden. Die ideologische und wissenschaftlich nicht zu erklärende Abschaffung von Glyphosat führt auch bei der Stadt Isselburg zu enormen Mehrkosten“, so Schneider.

Nitratmessungen ausweiten

Thema war auch die im März vom Bundesrat verabschiedete Düngeverordnung. Statt den Landwirten immer mehr abzuverlangen, sollte Deutschland zunächst das Messstellennetz ausweiten. Es sei niemandem vermittelbar, wenn einzelne Messungen mit Ausreißercharakter herangezogen würden, um scharfe Restriktionen für Landwirte zu begründen. Darüber hinaus trage auch die Abwasserbeseitigung ihren Teil zur Nitratbelastung bei. „Es ist eine Frechheit, den Landwirten pauschal die Verantwortung für etwas zuzuschieben“, so Hocker.

Dr. Gero Hocker, MdB während seines Impulsvortrags
Appell für mehr Engagement

Immer wieder rief Dr. Gero Hocker die Landwirte dazu auf, sich einzubringen. Eine große Demonstration ganz zum Schluss eines Gesetzgebungsverfahrens sei imposant, helfe allerdings nicht weiter. Der Prozess zu einem fertigen Gesetz dauere Monate und Jahre. Hier müssten die Landwirte ansetzen. „Ihr müsst Eure Meinung in den Institutionen einbringen. Bringt Euch bei den Parteien ein. Ich will Euch da auch nicht sagen, wo ihr hingehen sollt. Eine Präferenz, welche Partei die Interessen der Landwirtschaft ernst nimmt, hätte ich allerdings schon“, sagte Hocker mit einem Augenzwinkern.

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